Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. folgen

„Was würde mir helfen, wenn ich an der Stelle der Schüler wäre?“

Pressemitteilung   •   Mai 19, 2020 15:50 CEST

Sozialpädagogin Janina Schäfer sorgt bei den Schülerinnen und Schülern der Rheingauschule mit dem „stay@home“-Newsletter für Abwechslung im Corona-Alltag.

Schulsozialarbeiterin Janina Schäfer bringt mit dem „stay@home"-Newsletter Abwechslung in den Alltag während der pandemiebedingten Schulschließung. Mit aktuellen Themen, kreativen Freizeittipps und Geburtstaggrüßen hält sie virtuell Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern an der Rheingauschule in Geisenheim.

Gespräche mit Schülern, Teilnahme am Klassenrat, Projektarbeit: Ein Tag ohne persönliche Begegnungen war für Sozialpädagogin Janina Schäfer undenkbar. Doch dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr die Schulschließung, die auch vor der Rheingauschule in Geisenheim und damit auch vor der dortigen Schulsozialarbeit nicht Halt machte.

Unter der Trägerschaft der Hephata Diakonie ist Janina Schäfer gemeinsam mit ihrer Kollegin Lisa Küsters seit 2011 für die Schulsozialarbeit an der Rheingauschule zuständig. Rund 800 Schülerinnen und Schüler besuchen das Gymnasium aktuell. Schulsozialarbeit wird an allen weiterführenden Schulen im Rheingau angeboten. Die 33-jährige Sozialpädagogin und ihre Kollegin sind nicht nur Anlaufstelle bei Konflikten mit Mitschülern, Lehrern oder im privaten Umfeld, sie bieten auch Projekte, beispielsweise zur Suchtprävention, an und nehmen an Sitzungen des Klassenrates teil. „Bei uns im Büro herrscht das Prinzip der offenen Tür", erklärt Janina Schäfer. Sie ist für die Klassen 5 bis 7 zuständig, Lisa Küsters für die Jahrgangsstufen 8 und 9.

Während der ersten Tage nach der Schulschließung sei es ihr schwergefallen, sich zu organisieren und dem Tag eine Struktur zu geben, erinnert sich Janina Schäfer. „Dann habe ich an unsere Schüler gedacht", sagt sie. „Wenn diese Situation für mich neu und seltsam ist, dann geht es den Schülern bestimmt ähnlich. Also habe ich mich gefragt: Wie kann ich die Schüler jetzt unterstützen? Was würde mir helfen, wenn ich an ihrer Stelle wäre?" Die Lösung hatte die Sozialpädagogin schnell gefunden: Schon am 24. März erschien der erste „stay@home"-Newsletter für die Klassen 5 bis 7 der Rheingauschule.

Der Newsletter informiert wöchentlich über aktuelle Themen, bietet jede Menge kreativer Tipps zum Basteln, Spielen und Knobeln, damit der Satz „Mir ist so langweilig!" gar nicht erst aufkommt. Für jeden Tag hat sich die Sozialpädagogin eine kleine Aufgabe ausgedacht: Von der Anregung, Müsli selbst zu backen über einen kleinen Fitnessparcours auf dem Hof bis zur Origami-Anleitung reicht das Angebot des Newsletters. Auch Tipps für spannende Gespräche zwischen Eltern und Kindern gehören dazu, ebenso die Aktion „Tu etwas Gutes". In der vergangenen Woche wurden die Kinder beispielsweise aufgefordert, ihren Tag in Bildern zu dokumentieren und daraus eine Fotocollage für die Verwandten zu erstellen, die sie lange nicht mehr gesehen haben. Neben dem Newsletter verschickt die Sozialpädagogin auch Geburtstagsgrüße mit einem Ausmalbild. Aus diesen Bildern ist in den vergangenen Wochen eine Collage entstanden, die jetzt zum Neustart in den Klassenräumen aufgehängt wurde.

Um möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen, war es Janina Schäfer wichtig, „ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen", wie sie betont. Die vielen positiven Reaktionen, die sie in den vergangenen Wochen erreicht haben, zeigen, dass sie mit diesem Ansatz ins Schwarze getroffen hat. „Sogar Schüler aus der Oberstufe geben mir Feedback, was mich sehr freut", so Schäfer. Der Newsletter steht inzwischen auch auf der Website des Gymnasiums zur Verfügung.

Ein Teil der Schülerinnen und Schüler – etwa 400 – ist am Montag in den Unterricht zurückgekehrt. Die Klassen wurden jeweils in zwei Gruppen unterteilt, sodass die Kinder wochenweise im Wechsel unterrichtet werden. „Um alle abzuholen und das Gefühl der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, wird es den Newsletter auch weiterhin geben", kündigt Janina Schäfer an. „Dann allerdings nicht mehr wöchentlich, sondern alle zwei Wochen." Auch die Schulsozialarbeit findet ab sofort wieder persönlich statt. „Die Schüler kommen einzeln oder maximal zu zweit", so Schäfer. Gespräche finden dann auf Abstand statt – genauso wie die Teamarbeit mit Lisa Küsters.

Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)

In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in der Pflege und Betreuung von Senioren, in Förderschulen und der beruflichen Bildung.

Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.

Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.

Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.

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